Programm

Programm Teaser
Das Streikrecht in Deutschland ist restriktiv gegenüber dem politischen und verbandsfreien Streik. Woran liegt das? Und muss das so bleiben? Benedikt Hopmann und Duygu Kaya sind der Meinung „Nein“. Sie erzählen von den Hintergründen und ihrem Kampf.
Universitäten sind ein Ort der kritischen Auseinandersetzung und Wissensproduktion. Welche Rolle hatte die Uni einst und wie hat sie sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Was verlangt der Staat von den Lehrenden und Studierenden? Ist die Uni demokratisch und wird es irgendwann Angriffe auf diese geben wie in den USA?
Wie muss eine sozialistische Partei heute aussehen – im Zeitalter von Krise, Rechtsruck und sozialer Spaltung? Und wie organisiert man im 21. Jahrhundert eine Partei, die tatsächlich die Interessen der Arbeiter*innenklasse vertritt und Schlagkraft entfaltet? Darüber diskutieren Nam Duy Nguyen (Die Linke, MdL), Peter Mertens (ehm. Vorsitzender belgische Partei der Arbeit PTB) und Sarah Pansy (Vorsitzende Kommunistische Partei Österreichs)
Die Linke in Berlin steht vor einer Richtungsentscheidung: Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September könnte Die Linke stärkste Kraft werden. Sollte die Linke eine Regierung anstreben? Worin liegen die Risiken, wenn die Linke regiert? Wie sollte Die Linke bei Koalitionsverhandlungen vorgehen? Was sind rote Haltelinien? Diese Fragen sollen gemeinsam mit Philipp Möller (Büroleitung Niklas Schenker, Linke Berlin) diskutiert werden.
Der Wahlkampf und Sieg von Zohran Mamdani (Democratic Socialist of America) in New York ging um die Welt. Wie ist es einer sozialistischen Linken in den USA gelungen zu gewinnen? Wie geht es nach dem Wahlkampf weiter? Wie wird das Leben für die New Yorker tatsächlich besser? Und was können wir aus New York lernen? Von all dem wird Eric Blanc (Labor Studies Professor und DSA-Aktivist in der Mamdani-Kampagne) erzählen.
From Amazon warehouses to the streets of Minnesota, people are confronting the power of corporations and the systems that sustain them. Join labor organizer Chris Smalls —founder of the Amazon Labor Union—for a conversation on building worker power and resistance to more and more authoritarian measures in the USA.
At a time when the labor movement is resurging and communities across the country are mobilizing in anti-ICE protests, we will explore how workplace organizing connects with broader struggles anti facism and collective liberation.
In Kampagnen können wir gemeinsam Verbesserungen der Umstände erkämpfen. In Kampagnen bauen wir Kapazitäten auf, die wir in anderen Auseinandersetzungen wieder einsetzen können. Die Planung von Kampagnen ermöglicht es uns, politische Macht zu analysieren, gezielt Druck aufzubauen, in konkreten Kämpfen Handlungsfähigkeit zu erlangen, und so den Sozialismus Stück für Stück greifbarer zu machen!
In diesem Workshop wollen wir uns der Frage widmen, warum wir konkrete Auseinandersetzungen anhand von Kampagnen strukturieren wollen, und wie das eigentlich geht. Dafür setzen wir uns mit den Basics dazu auseinander und beschäftigen uns damit, wie eine gute Zielsetzung aussieht, und verankern das Gelernte dann mit Hilfe einer fetzigen Übung!
Die wenigsten Menschen haben ein geschlossen rechtes Weltbild. Sie wählen die AfD aus Unzufriedenheit, ökonomischen Abstiegsängsten und politischer Ohnmacht. Davon profitiert die AfD und treibt ausgrenzende und diskriminierende Diskurse voran. Um dieser Krise den Nährboden zu entziehen, müssen wir den herrschenden kapitalistischen Verhältnissen den Kampf ansagen. Der Vortrag blickt hinter einfache Erklärungen und zeigt, wie rechte Kräfte Konflikte verschieben und davon profitieren. Und was können wir tun, um den Rechtsruck aufzuhalten?
Die autoritäre Rechte hat sich weltweit der Mobilisierung gegen Gender und Gleichstellung angeschlossen. Dabei geht es nicht nur um den Abbau konkreter Rechte, sondern auch um die Erzeugung einer „moralischen Panik“, in der gesellschaftliche Veränderungen als Bedrohung dargestellt und insbesondere Männer als Opfer inszeniert werden. Birgit Sauer zeigt, wie rechte Akteur*innen an Erfahrungen von Verunsicherung und Statusverlust anknüpfen und das Versprechen einer Resouveränisierung von Männlichkeit mit autoritären und patriarchalen Gesellschaftsentwürfen verbinden. Geschlecht und Sexualität werden so zu zentralen Feldern politischer Mobilisierung und kultureller Hegemonie. Der Vortrag beleuchtet, warum die vermeintliche Krise der Männlichkeit ein Schlüssel zum Verständnis des gegenwärtigen Rechtsrucks ist.
Der Vortrag analysiert die gesellschaftlichen Krisen der vergangenen Jahrzehnte, die den Aufstieg der Rechten begünstigt haben. Anschließend skizziert er die Strömungen des rechten Projekts und sucht nach dessen ideologischen Kern. Dann wirft er einen Blick auf die Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik und analysiert, welche Kapitalfraktionen die AfD unterstützen. Schließlich geht es um die Frage, welche Wege zur Macht sich für das rechte Projekt ergeben und was die Voraussetzungen für eine Regierungsbeteiligung sind.
Liberaler Antirassismus setzt vor allem auf Repräsentation, Inklusion und Diversität. In den letzten Jahren wird jedoch vermehrt wieder der Zusammenhang von Rasse und Klasse definiert. Mit Bafta Sarbo tauchen wir in die kritische marxistische Rassismusforschung ein und bewegen uns auf den Spuren von Angela Davis, Walter Rodney und Karl Marx.
Björn Höcke ist eine der prägendsten Figuren der AfD. Seit 2014 führt er die Fraktion der Partei im Thüringer Landtag – und verfügt zugleich über enge Verbindungen in das rechte „Vorfeld“. Immer wieder sorgt er mit der Verwendung von NS-Rhetorik für Schlagzeilen und gilt als Galionsfigur der faschistischen Kräfte innerhalb der AfD.
Gemeinsam mit dem Soziologen Andreas Kemper, der seit der Parteigründung zu antidemokratischen Tendenzen in der AfD forscht, wollen wir einen Blick auf Höckes politischen Werdegang werfen. Welche Rolle spielt er im rechten Projekt? Und wie groß ist sein Einfluss auf die Entwicklung der AfD insgesamt?
Rechtsverschiebungen prägen zunehmend zentrale Politikfelder – von Migration über Sicherheitspolitik bis hin zu Sozialkürzungen und Militarisierung. Raul Zelik argumentiert, dass diese Entwicklungen Teil eines umfassenderen Prozesses der „Faschisierung“ sind, der weit über einzelne extrem rechte Parteien hinausgeht. Dabei stellt sich die Frage, ob die Differenz zwischen bürgerlicher Mitte und äußerster Rechter tatsächlich so eindeutig ist, wie oft angenommen. Diese Perspektive wird im Gespräch kritisch hinterfragt: Welche politischen und strategischen Konsequenzen hat es, Faschismus als breiteren gesellschaftlichen Prozess zu verstehen – und wo ist eine klare Abgrenzung notwendig? Das Streitgespräch beleuchtet eine der zentralen Kontroversen im antifaschistischen Denken der Gegenwart.
Der Anti-Migrations-Diskurs ist eines der zentralen Themen rechter und faschistischer Kräfte in der EU. Millionen werden für die Umsetzung der GEAS-Reform, Frontex & Co. ausgegeben, obwohl klar ist, dass Menschen niemals daran gehindert werden können, nach Europa zu fliehen. Stattdessen wird das Leid von Menschen auf der Flucht immer größer. Nach dem Sommer der Migration ist der Widerstand gegen Grenzregime jedoch immer schwächer geworden. Welche Funktion haben Grenzregime im Kapitalismus? Und was können wir tun, um gegen sie zu kämpfen?
Die EU steckt mittlerweile Millionen in gemeinsame Rüstungsprojekte. Deutschland ist einer der zentralen Treiber dieser Politik. Özlem Alev Demirel sitzt seit vielen Jahren für Die Linke im EU-Parlament. Wir sprechen mit ihr über die neuesten Aufrüstungsinitiativen der EU, wie sich der Staatenbund als neue imperialistische Macht behaupten will und welche Rolle insbesondere Deutschland dabei spielt.
Nach dem US-Angriff auf Venezuela am 3. Januar und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro, führt die Regierung unter Führung der vorherigen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Geschäfte weiter. Doch wie kann Venezuelas Zukunft unter dem hohen Druck der US-Regierung aussehen? Welche Interessen verfolgen die USA in Lateinamerika? Und was könnten die Auswirkungen auf die gesamte Region sein?
In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit, ökologischer Krisen und politischer Unsicherheiten gewinnt die kritische Gesellschaftsanalyse nach Marx neue Bedeutung. Von Karl Marx bis Antonio Gramsci haben marxistische Denker*innen Perspektiven auf Kapitalismus, Macht und gesellschaftliche Kämpfe formuliert. Doch was bedeuten diese Überlegungen für die Gegenwart? Welche ihrer Begriffe und Ideen helfen, die Welt von heute zu verändern und welche müssen neu gedacht werden?
Humanistische Außenpolitik und gleichzeitig Ressourcenraub im globalen Süden, Genozid in Gaza, Krieg gegen den Iran – die Medien überschlagen sich mit Berichten über internationale Krisenherde und es ist oft schwer zu verstehen, was eigentlich dahinter steckt. Der Begriff „Imperialismus“ taucht nun wieder vermehrt darin auf, doch was bedeutet er eigentlich? Und was können wir von den Imperialismustheorien, die teilweise älter als 100 Jahre sind lernen, um die heutige Weltlage zu verstehen? In dem Grundlagenworkshop wollen wir uns diesen Fragen rund um die Weltaufteilung anschauen und ihre Ursache verstehen.
Der globale Kapitalismus befindet sich in der Dauerkrise. Globale Finanzkrise, Coronakrise oder neue Kriege: Kaum scheint ein Krisenherd unter Kontrolle, schlägt die Dauerkrise aus einer unerwarteten Richtung zurück. Durch die Krisen wandelt sich auch der Kapitalismus selbst: Neoliberale Weltordnung und unangefochtene US-Hegemonie waren einmal. In den Konflikten um Aufstieg und Abstieg von Großmächten wird der Kapitalismus postliberal: Entdemokratisierung, Autoritarismus, (Wirtschafts-)Nationalismus, Militarismus, Imperialismus und (Wirtschafts-)Krieg sind die neue Normalität. Am Horizont zeichnen sich die Konturen eines neuen Kalten Kriegs mit Aussicht auf heiße Stellvertreterkriege und Eskalation ab. Aber können die großen Menschheitsfragen wie Frieden, Sicherheit, soziale Ungleichheit, sozialer Zusammenhalt, Demokratie, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Artensterben warten?
Der Genozid in Gaza schreitet fort und auch in Deutschland müssen wir gegen die Komplizenschaft mit der Regierung von Benjamin Netanjahu kämpfen. Doch welche Möglichkeiten haben wir hier, tatsächlich Druck aufzubauen?
Louna Sbou ist bei der Global Sumud Flotilla organisiert und verteidigte mit dem Oyoun Berlin einen der wichtigsten palästinasolidarischen Räume in Deutschland. Christopher engagiert sich gegen Waffenlieferungen über den Flughafen Leipzig/Halle und verlor dafür seinen Job bei DHL. XX kämpft an der Universität für einen akademischen Boykott Israels.
Welche Machthebel haben wir hier in den Betrieben, Universitäten und der Zivilgesellschaft? Und wie können wir sie nutzen, um reale Verbesserungen für die Menschen in Gaza und der Westbank zu erreichen?
Wir schreiben das Jahr 1991, das Ende der Sowjetunion steht kurz bevor. Auf dem Sender Leningrad Television läuft eine als Dokumentation getarnte Satire mit dem Titel „Lenin ist ein Pilz“. Während einige Zuschauer den Hoax erkennen, klingeln beim Sender und bei Parteifunktionären die Telefone. Menschen wollen wissen, ob sie all die Jahre belogen wurden und ob Lenin tatsächlich ein Pilz sei.
Das Ereignis steht symbolisch dafür, wie autoritäre Herrschaft Narrative erzeugen kann, die für große Teile der Bevölkerung glaubwürdig erscheinen. Gleichzeitig zeigt sich darin ein grundlegender Widerspruch der sowjetischen Geschichte: Wie konnte aus einer Revolution, die sich ursprünglich gegen einen der historisch bedeutendsten imperialistischen Kriege richtete, ein Staat entstehen, der selbst zu einer imperialen Atommacht wurde?
Fancy getting involved in feminist activism – but what does it actually mean to be a feminist? And what does capitalism have to do with it?
In this talk, we aim to provide an introduction to feminism and work together to answer these questions.
Wie in den letzten Jahren von diversen sozialistischen Denker:innen festgestellt wurde, brauchen wir einen konkreten Plan um den Kapitalismus zu überwinden. Denn was in Zukunft möglich ist, ist nicht unabhängig davon, wie wir uns den Fortgang unserer Gesellschaft vorstellen. Was Sozialismus im 21. Jahrhundert bedeutet und wie eine feministische, ökologische und demokratische Zukunft jenseits des Privateigentums an Produktionsmitteln aussehen könnte, stellt Lea in diesem Vortrag mit anschließender Diskussion vor.
Kein feministisches Thema wird so heiß diskutiert wie die Trans-Frage. Wie sieht ein materialistischer Ansatz dafür aus? Welche Rolle spielt die gesellschaftliche Linke? Wie würde ein sozialistisches Programm aussehen?
In seinem Debütroman „Hier ist der Beginn und das Ende ist dort“ erzählt Jean-Philippe Kindler von Verlust, Verantwortung und der Suche nach Nähe in einer Gesellschaft, die zunehmend auseinanderdriftet. Mit großer Intensität verbindet er persönliche Geschichten mit der politischen Frage unserer Zeit: Wie wollen wir eigentlich leben?
In dieser Veranstaltung hören wir von Kindler gelesene Auszüge aus dem Roman und wollen ins Gespräch kommen: Über Wut, Trauer und Kollektivität in einer Welt voller Krisen.
